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1888
war im British Journal of Dermatology, einer sehr renommierten Fachzeitschrift für Hautärzte zu lesen: "...Die Psoriasis ist nicht nur der Therapie gut zugänglich, sie ist heilbar." 

100 Jahre später ist dieser Optimismus leider verflogen. Eine definitive Heilung der Schuppenflechte ist bis heute nicht möglich. Die Auslösung eines neuen Psoriasisschubes durch bestimmte Provokationsfaktoren kann jederzeit wieder erfolgen.

Ziel der Behandlung ist es, die Entzündung zu dämpfen und die überstürzte Zellvermehrung und Schuppenbildung zu bremsen sowie einen neuen Schub hinauszuzögern. Zur Anwendung kommen eine ganze Reihe unterschiedlicher Substanzen und Methoden.


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Dithranol
Als ein Klassiker der Psoriasistherapie gilt Dithranol.

Dithranol führt zu einer Unterdrückung des ungebremsten Zellwachstum der Psoriasisherde.

Auf Grund seiner sehr guten Wirksamkeit hat es auch heute noch seinen festen Platz im therapeutischen Arsenal  - trotz einiger Nachteile: Dithranol kann zu intensiven Verfärbungen von Wäsche und Bettwäsche aber auch Badewannen führen. Wesentlicher ist allerdings, dass schon in geringen Konzentrationen Hautreizungen auftreten können. Nach der Abheilung wird oft eine langanhaltende Braunverfärbung der betroffenen Haut beobachtet.

Dithranol wird in langsam ansteigenden Konzentrationen bis an die Verträglichkeitsgrenze angewendet. Es versteht sich, dass dieses Verfahren regelmäßiger engmaschiger Kontrollen bedarf.

Auch die "mildere" Variante der sog. Minutentherapie, bei der auf die Psoriasisflecken eine höherdosierte, leicht abwaschbare Dithranolzubereitung aufgetragen und nach 10 oder 20 Minuten wieder abgewaschen wird, erfordert häufige ärztliche Kontrollen und gewissenhafte Mitarbeit des Patienten. Zur Behandlung auf kleinflächigen Psoriasisherden können Dithranol-Stifte angewendet werden.

Harnstoff
In Psoriasis-Herden ist der Gehalt des natürlichen Feuchthaltefaktors Harnstoff um 40 % im Vergleich zu gesunder Haut vermindert. Harnstoffhaltige Cremes und Salben können dieses Defizit ausgleichen und zu einer Normalisierung beitragen.
Salicylsäure
Ein weiterer klassischer Wirkstoff ist die Salicylsäure. Diese wirkt allerdings nicht entzündungshemmend oder hemmend auf das Hornzellwachstum, sondern löst die Hornschuppen auf. Damit die eigentlichen Arzneimittel gegen die Psoriasis richtig zur Wirkung kommen können, müssen die Schuppen von der Haut entfernt werden, da sie das Eindringen der Wirkstoffe in die Haut verhindern. Salicylsäure wird daher oft zu Beginn einer Therapie als Abschuppungsmaßnahme eingesetzt, wobei der Arzt speziell abgestimmte salicylsäurehaltige Rezepturen zusammenstellen läßt. Salicylsäure ist auch in einer Reihe von Kombinationspräparaten zusammen mit anderen Wirkstoffen enthalten.
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Kortison
Neben Teer- und Dithranol-haltigen Produkten werden häufig auch Kortisonpräparate in der Psoriasisbehandlung eingesetzt.

Kortison ist das natürliche Hormon der Nebennierenrinde. Aus dem Bereich der inneren Erkrankungen ist die Wirkung dieser Substanz auf Entzündungen aller Art, auf die Zellteilung und auf das Immunsystem nachgewiesen. Kortison wird bei Asthma, Rheuma, schweren Allergien, Tumoren und in der Transplantationsmedizin eingesetzt. Mögliche Nebenwirkungen wie Osteoporose (Knochenschwund), Bluthochdruck, bleibende Unterdrückung der körpereigenen Kortisonproduktion der Nebenniere, Diabetes und lnfektanfälligkeit, müssen bei schweren Erkrankungen wie Asthma oder Rheuma in Kauf genommen werden.

Äußerlich angewandt entfaltet Kortison ebenfalls entzündungshemmende Eigenschaften: Hemmung der Freisetzung von Entzündungssubstanzen, Hemmung der Zellteilung und des Wachstums der Haut-, Bindegewebs- und Entzündungszellen, Abschwellung und Abdichtung der Hautgefäße und Unterdrückung von immunologischen Abläufen - Wirkungen die bei der Psoriasis hilfreich sind und dazu führten, Kortikoide in der Psoriasistherapie einzusetzen. Auf der Suche nach stärker und länger wirksamen Medikamenten erhielt man durch chemische Veränderungen am Kortisonmolekül eine ganze Familie von ,,Kortikoiden" oder Kortikosteroiden" mit unterschiedlichem Wirkprofil.

Die Anwendung ist einfach, wenig zeitaufwendig und sauber.

Insbesondere bei der Psoriasis des behaarten Kopfes (Psoriasis capitis), werden Kortikoide - nach einer anfänglichen Abschuppung - gerne eingesetzt, entweder als einfach anwendbare Tinktur oder als Lotion. Bei der Lotion muss man wegen der fettenden Eigenschaften die Haare öfter waschen, dafür reizt die Grundlage die Haut aber weniger als alkoholische Lösungen.

Von der aufgetragenen Kortikoidzubereitung - je nach Hautzustand werden Fettsalbe, Salbe, Creme, Lotion oder Tinktur eingesetzt - wandert nur ein geringer Teil der Wirksubstanz durch die Haut hindurch; dementsprechend treten die typischen Nebenwirkungen des gespritzten oder als Tabletten eingenommenen Kortisons nicht so häufig auf.

Bei großflächiger und langfristiger Anwendung von Kortison kann es aber auch zu Nebenwirkungen an der Haut kommen: Verdünnung der Haut (Atrophie), Auftreten vieler kleiner blutgefüllter Äderchen, Steroidakne, Schwächung des Bindegewebes mit Rissen in der Unterhaut (ähnlich wie Schwangerschaftsstreifen) und erhöhte Verletzlichkeit.

Diese Nebenwirkungen sind abhängig von der Dauer und der Art der Kortikoidanwendung, der Lokalisation und der Wahl des Kortikoids. Hochpotente, chemisch abgewandelte sog. halogenierte Kortikoide können schneller zu unerwünschten Effekten führen als das natürliche Kortison. Ein häufigeres Einreiben als "1 x täglich" und Verbände mit Folienabdeckung (Okklusivverband) haben oft eine stärkere Wirksamkeit, sind aber auch mit einem höheren Nebenwirkungsrisiko verbunden. Bei Einhaltung der Anwendungsanweisungen des Arztes ist im Regelfall aber nicht mit negativen Begleiterscheinungen zu rechnen.

Ein wichtiger Punkt trübt das Bild allerdings ein wenig: wenn auch die Kortikoide die Psoriasissymptomatik rasch bessern können, so ist doch ihr Langzeiteffekt nicht so ausgeprägt wie der anderer Behandlungsmethoden: Nach Absetzen der Therapie kann es zu einem schnelleren Wiederaufflammen der Schuppenflechte kommen.

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Eine gleichmäßige, nicht zu intensive Sonnenbestrahlung wirkt sich positiv auf die Haut aus. Sonnenbrand sollte vermieden werden. Mit modernen Bestrahlungsgeräten kann der gleiche Effekt erzielt werden, wenn die Bestrahlungszeit sorgfältig dosiert und vom Arzt kontrolliert wird
Vitamin D-3 Abkömmlinge
Bis Anfang der 90er Jahre standen dem Arzt eigentlich außer Dithranol nur die Kortikoide zur Verfügung. 

Seit 1992 gibt es eine Alternative: die Abkömmlinge des Vitamin D3. Dass eine Behandlung mit Vitamin D3 die Schuppenflechte günstig beeinflussen kann, wurde durch Zufall Anfang der 80er Jahre in Japan entdeckt. Eine Patientin erhielt die Substanz in Tablettenform zur Behandlung der Osteoporose (Knochenschwund) und gleichzeitig besserte sich die bestehende Psoriasis deutlich. 

Die zur topischen Behandlung der Psoriasis entwickelten Derivate des Vitamin D3 wirken etwa gleich gut wie Dithranol oder Kortikoide, sind aber besser verträglich.

Seit einigen Jahren ist eine Vitamin D3 -haltige Salbe (Wirkstoff: Tacalcitol) verfügbar, die nur 1 x täglich (am besten abends) auf die Psoriasisherde aufgetragen wird. Hiervon profitieren besonderes berufstätige Patienten, da das morgendliche "Salben" entfällt und kostbare Zeit eingespart werden kann.

Die Verträglichkeit dieses Medikaments ist so gut, dass selbst empfindliche Hautareale (z.B. Haaransatz, Gesicht und Achseln) behandelt werden können.

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Die Behandlung mit UV-Licht
Die günstige Wirkung der Sonne auf die Psoriasis, schon vor 300 Jahren bekannt, war der Ausgangspunkt für ein inzwischen sehr bewährtes Therapieverfahren: die Bestrahlung mit ultraviolettem Licht.

Als energiereiche Strahlung kann UV je nach Wellenlänge - je kurzwelliger desto energiereicher - die Haut günstig beeinflussen oder bräunen, aber auch schädigen und reizen.

Am nützlichsten für die Psoriasistherapie sind Wellenlängen im Bereich der UV-B Strahlung (280 - 320 nm, 1nm = 1 Nanometer = 1 Milliardstel Meter), die von modernen Geräten selektiv abgestrahlt werden (SUP, selektive UV-Phototherapien oder UV-B-Schmalband, 311 nm). Die Psoriasishaut wird mit kleinen Dosen UV-Licht bestrahlt, wobei die Herde langsam, aber nachhaltig abheilen. Die Methode ist gut verträglich, aber auch sehr zeitintensiv; als mögliche Nebenwirkungen insbesondere bei Überdosierung können  Verbrennungen oder Sonnenbrand auftreten. Diese Effekte können zum Aufflammen neuer Herde im Verbrennungsgebiet führen.

Für besondere Fälle kann UV-A Strahlung (320 - 400 nm) mit einem lichtsensibilisierenden Medikament (Psoralen) kombiniert werden, das innerlich oder äußerlich angewandt werden kann (PUVA = Psoralen-UV-A-Methode). Die benötigte UV-Dosis lässt sich durch dieses Verfahren verringern. Allerdings können sich erhebliche Nebenwirkungen einstellen: Empfindlichkeit gegenüber natürlichem Tageslicht, Sonnenbrand, Blasenbildung auf der Haut und Augenschäden. Bei innerlich angewandtem Psoralen können Juckreiz, Magen-Darm-Reizungen und Leber- und Nierenschäden auftreten

Bei  unkontrollierter und langfristiger Anwendung von UV-Licht besteht die Gefahr einer vorzeitigen Alterung der Haut mit Falten und Elastizitätsverlust. Außerdem steigt das Risiko für die Entstehung von Hautkrebsformen wie Stachelzellkrebs und Melanomen. Diese Therapieform sollte daher nur von erfahrenen Dermatologen durchgeführt werden.

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Vitamin A-Abkömmlinge
Die Vitamin A-Derivate Etretinat und Acitretin können als innerliche Behandlungsformen bei schweren, therapieresistenten Fällen eingesetzt werden. Die Liste der Nebenwirkungen ist lang, aber die meisten bilden sich bei niedriger Dosierung oder nach Absetzen zurück. Vitamin A-Derivate sind fruchtschädigend und dürfen deswegen bei Frauen im gebärfähigen Alter nur in Ausnahmefällen verschrieben werden.

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Cytostatika/Immunsuppressiva
Auch Medikamente aus der Tumortherapie und Transplantationsmedizin, nämlich Methotrexat  und Ciclosporin A, sind bei Psoriasis wirksam. Wegen der erheblichen Nebenwirkungen, insbesondere in der Langzeittherapie, werden sie nur bei schweren Fällen eingesetzt.

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Die innerliche Psoriasistherapie mit Fumarsäureestern ist in Deutschland inzwischen weit verbreitet. Aufgrund des günstigen Nutzen-Risiko-Verhältnisses gilt die Behandlung mit Fumarsäureestern bei Patienten mit schwerer oder hartnäckiger Psoriasis als Therapie der ersten Wahl. Die beobachteten Blutbildveränderungen sind ein Hinweis auf die immunologische Wirkung der Fumarate, die auf einer Regulierung des Immunsystems der Patienten beruht. Nebenwirkungen sind durch regelmäßige Laborkontrollen beherrschbar. Es können schwere Psoriasisformen behandelt werden, bei denen eine äußerliche Therapie keine ausreichende Wirkung zeigt. Die Verträglichkeit der Medikamente ist zu Beginn der Behandlung nicht immer optimal, verbessert sich aber sehr häufig im weiteren Therapieverlauf.

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Teer
Noch aus dem letzten Jahrhundert stammt eine Behandlungsmethode, von der Sie vielleicht schon gehört haben: Teer. Dieses Steinkohlenprodukt enthält eine große Zahl komplizierter organischer Substanzen, die die überstürzte Zellvermehrung unterdrücken. In den USA und Großbritannien erfreut sich dieses Verfahren noch heute einer gewissen Beliebtheit. Hierzulande wurde die Anwendung von Teerpräparaten jedoch weitgehend von ebenso wirksamen, aber anwenderfreundlicheren geruchsneutralen Verfahren abgelöst.

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Jetzt haben Sie eine ganze Menge über antipsoriatische Wirkstoffe und Wirkprinzipien gehört. Von entscheidender Bedeutung ist allerdings auch die Vermeidung von Provokationsfaktoren, die zu einem erneuten Psoriasisschub führen könnten. Dazu gehört eine geeignete Hautpflege, die richtige Berufswahl und eine gesunde Ernährung.

Nicht nur das Was, auch das 
Wie entscheidet über den Behandlungserfolg.

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